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SEBASTIAN HAAS

WERKLISTE

Felix Stöckle (*1994) ist bildender Künstler und Mitbegründer des Vereins Q90 in Biel/Bienne, der die offene Siebdruck-Werkstatt Turbo Press betreibt. Er hat einen Bachelor der Hochschule Luzern im Bereich Kunst und Vermittlung, den er 2021 mit der Lithografie & Siebdruck-Reihe HG 85 abschloss.

 

Die Serie von Granaten-Monotypien ist Teil einer andauernden Recherche; Felix Stöckle bearbeitet kritische Fragen zur Position der Schweiz in vergangenen und gegenwärtigen Kriegen und nähert sich in einer zeitgenössischen

Betrachtung und mit verflochtenen Referenzen den Widersprüchen und dem kulturellen Erbe dieser Kriege an. Seine Suche führte ihn beispielsweise in den Kampfmittel-Fundus der Schweizer Armee in Interlaken: Daraus entstanden bereits mehrere Werkreihen; Stöckle setzt sich in vielfältigen Medien wie der Fotografie und dem Druck, sowie kunsthandwerklichen Techniken wie dem Holzschnitzen und Kachelarbeiten mit der Abstraktion und der Ästhetik der bunten Kriegsmaterialien auseinander. Waffen und Geschosse werden in der Schweizer Armee farbcodiert, die  Übertragung dieser Farben in einen zweidimensionalen Druck isoliert den ästhetischen Aspekt dieser Objekte, die aus der Schweiz in Kriegsgebiete exportiert werden – in eine Realität, die sich dem hiesigen Verständnis grösstenteils entzieht.

 

Die bonbon-poppigen Illustrationen in den Drucken und die handwerkliche, unbedarfte Ausführung der skulpturalen Arbeiten vergrössern einerseits den Abstand zur grimmen Kriegsrealität, bringen sie aber gleichzeitig durch ihren affektiven Charakter nahe. Felix Stöckle transportiert die Beziehung der Schweiz zu ausländischen Kriegen auch durch das Kunsthandwerk mit (lokalen) geografischen und historischen Bezügen.